Archiv Dezember 2011-2

Neues aus dem Archiv-9 Dezember 2011

Liebe Matznerinnen und liebe Matzner! Zum Beginn des neuen Jahres wollen wir Sie wieder über unsere Jahresarbeit in möglichster Kürze informieren:

Mehrere Anfragen betrafen unser Wappen und manche Straßennamen. Daher sollen diesem Jahresbericht zwei Informationen vorangestellt werden:

 

UNSER WAPPEN

WANN?  WIE?  WAS?

WANN? Am 2. Juni 1961 erteilte die NÖ Landesregierung die Genehmigung für das Wappen. Am 10. September 1961 fand die feierliche Verleihung der Wappenurkunde durch Landeshauptmannstellvertreter Müller statt.

WIE? ist es gestaltet? In einem geteilten Schild ist im oberen weißen (silbernen) Feld ein halber, rechtsgewendeter, schwarzer, rotbezungter (u. rotbekrallter) Bär zu sehen; im unteren Feld ein weißer (silberner) Abtstab und eine weiße (silberne) Viehkette, kreuzweise übereinandergelegt.Nur selten gelingt in den unterschiedlichen Wappensymbolen eine so gute Ausgewogenheit der Farben und Formen: Das kräftige Schwarz des Bären mit den kleinen roten Akzenten der Zunge und der Krallen auf dem oberen schlichten weißen Grund und das zart gegliederte Weiß von Kette und Stab vor dem kräftigeren Rot der unteren Wappenhälfte wirken völlig gleichgewichtig.

WAS? bedeutet das Wappen? In der oberen Hälfte wird die weltliche und in der unteren Hälfte die geistliche Schirmherrschaft über den Ort dargestellt. Der Bär im Wappen stammt aus dem Wappen des Geschlechtes der Hauser, das im 15. Jahrhundert die Herrschaft Matzen besessen hat. Die Hauser waren die ersten der Inhaber Matzens. Der Abtstab und die Kette erinnern an den heiligen Leonhard, den Kirchenpatron von Matzen. Er war Stifter des Klosters Noblac bei Limoges in Frankreich und lebte im 6.Jahrhundert. Leonhard wird zu den 14 Nothelfern gerechnet und genießt innerhalb der bäuerlichen Bevölkerung besondere Verehrung als Viehpatron. Die Kette wird daher vielfach als „Kuhkette“ bezeichnet. Eine andere Erklärung besagt, dass sie Symbol der Gefangenenbefreiung sei, denn der Heilige habe sich um die Verbesserung des Loses der aneinander geketteten Galeerensklaven große Verdienste erworben.

  • Einige Antworten  auf spezielle Fragen nach Matzner Straßen- und Riednamen (An einer umfassenden Übersicht und Erklärung wird gearbeitet!): Colloredoberg, Galgenberg, Wartberg: Das sind Namen für den Hügel zwischen Matzen, Reyersdorf und Raggendorf (Colloredo nach dem Adelsgeschlecht der Colloredos, die mit den Matzner Kinsky verwandt waren; Galgenberg, weil dort der Richtplatz für die vom Matzner Landgericht Verurteilten war und Wartberg in Erinnerung an die „Warte“, die Beobachtungsstelle bei Gefahr.
  • Königshut: Der Sage nach verlor dort König Ottokar auf dem Weg zur Schlacht bei Dürnkrut seinen Hut. (Die Wahrheit  siehe „Matzner Sagen“!)
  • Quiring: In dieser Ried liegen die Äcker „quer“ zu den benachbarten „Langen Lüssen“
  • Am Hofstadl: Bezeichnet die Stelle des früheren, gemauerten herrschaftlichen „Hofstadls“
  • Reintalwiese: Erinnert an die die Gegend der verschollenen Ortschaft Reintal.
  • Rusterfeld: Erinnert an die verschwundene große Ortschaft Rust.
  • Suttnergasse: Die Nobelpreisträgerin war als Kind gerne bei ihrem Onkel „Christl“(Kinsky) im Matzner Schloss.
  • Eduard Kaspar Straße: Erinnert an den langjährigen Matzner Bürgermeister.
  • Föhrenweg: Erinnert an ein dort ehemals bestandenes Föhrenwäldchen (?).
  • Hofgartenstraße: Sie führte in den herrschaftlichen Garten.
  • Hofrat Döltl – Straße: Sie erinnert an den Matzner Ehrenbürger, der sich besondersum den Wasserleitungsbau in Matzen verdient gemacht hat.
  • Jubiläumsplatz: Jubiläumsplätze wurden 1908 in vielen Orten zum 60-jährigen Regierungsjubiläum Kaiser Franz Josefs eingerichtet.
  • Resselgasse: Josef Ressel, der Erfinder der Schiffsschraube, hatte - der mündlichen Überlieferung nach - besondere Beziehungen zu Matzen.

Zur Archivarbeit

  1. Der Ruf des Matzner Archivs zieht immer weitere Kreise:
  • So wurde ein Seminar des nö. Bildungs- und Heimatwerkes für nö. „Archivanfänger“ hier veranstaltet. Die 17 Teilnehmer aus dem ganzen Land zeigten sich sehr beeindruckt.
  • eine Delegation (Bgm.+ 5 Mitarbeiter) aus Weikendorf besuchte uns und informierte sich über unsere Arbeit (eine Gruppe aus Palterndorf mit Präs. Nowohradsky war bereits voriges Jahr hier) und
  • Anfragen und Bestellungen kamen auch aus weit entfernten Gegenden (u.a. aus Matzen in der Eifel, aus Hamburg und aus Washington!)
  • Das Institut für Volkskunde der Wiener Universität hat im Herbst bei uns ein Kurz-Seminar für Senior-Studenten abgehalten. Der leitende HSProf. HR Steininger lobte den „neuen und zukunftsweisenden offenen Arbeitsstil im Matzner Archiv, der sich in den vielen Publikationen zeigt.“
  • Für eine Dokumentation der SMV und ÖMV-Zeit in unserer Gegend (Ludwig Boltzmann Institut Graz) konnte unser Archivmaterial gute Dienste leisten.
  • Unsere Nr. 16 über die Erdställe scheint zum Standardwerk über dieses ausgefallene Thema geworden zu sein, wie die Anfragen und die Bestellungen belegen.
  • Auch UM-20, Kriege und Notzeiten hat viele Interessenten und Käufer gefunden, sodass ein kleiner Finanz-Polster für die Anschaffung der sehr teuren Drucker-Toner geschaffen werden konnte.
  1. Das Archiv erhielt von der Gemeinde einen zweiten Schaukasten zur Verfügung. Danke! (Die starke Sonneneinstrahlung macht uns noch Schwierigkeiten und bleicht unsere Materialien zu stark aus, doch zeigt sich bereits eine Lösung.)
  2. Frau Liane Presich-Petuelli aus Eisenstadt übergab unserem Archiv ihre Farb-Scherenschnitte zu Matzner Sagen zu Archivierung und Verwendung. (Die Anregung zu den Scherenschnitten erhielt sie über Vermittlung unseres Schlossbesitzers Herrn Ing. Mandl.) Die Einarbeitung dieser kleinen Kunstwerke in unser Sagenheft verlangte aber eine Neufassung dieser Sagensammlung – bereits die dritte!
  3. Die Besitzansprüche an den Archiv-Materialien in der Zukunft wurden juridisch abgeklärt und gesichert. Sie sollen in den Besitz der Matzner Bevölkerung übergehen. Die Betreuung soll aber weiterhin dem Archivteam obliegen und damit zur Auswertung und Verwendung für die Gemeinde Matzen zur Verfügung stehen.
  4. Der „Archivstand“ beim heurigen Adventspaziergang war gut vorbereitet (Danke!) und sehr gut genutzt. Ohne Unterbrechung gab es Anfragen und Gespräche zu unseren Materialien und zu unserer Arbeit.

Die bestellten Broschüren wurden inzwischen alle ausgedruckt und ausgefolgt.

  1. Besondere Freude und Hoffnung bereitet dem Team die Bereitschaft eines neuen jungen Mitarbeiters: Gregor Berthold, Student (Russisch und Geschichts-wissenschaften)
  2. Besonders am Archiv Interessierte [ca. 120] erhalten unsere Nachrichten auch per Mail. Trotzdem versuchen wir, sie auch ohne Postgebühren in die Häuser zu verteilen. Für evtl. „Doppelversorgungen“ bitten wir um Verständnis.

Zur laufenden Arbeit:

  1. wei geplante größere Publikationen verlangen jetzt viel Mühe und Zeitaufwand:
  • Die Nr. 26 unserer Reihe „Matzner Brunnen“ (Arbeitstitel: „Die Wasserversorgung Matzens – gestern und heute“) wächst stark an Umfang und Inhalt. Dadurch verzögert sich natürlich die Fertigstellung: Neben der eigentlichen Erhebungsarbeit der ehemaligen Brunnen (über 60 – von ca. 250! - haben wir dank unserer Mitarbeiter bereits - meist mit Fotos - belegt) sollen Hinweise zum Leben und Wirtschaften vor der „Wasserleitungs-Zeit“, über die Technik des Brunnenbaues, über die heutige zentrale Wasserversorgung und die Abwasserproblematik den Inhalt abrunden.

Haben Sie Schriftliches (Bildliches) zu diesen Themen? Wir würden es dringend brauchen! Helfen Sie uns, bitte!

  • Das alte Heft „Matzen-speziell“ (1994) wurde Seite für Seite eingescannt und völlig neu bearbeitet. Matzen soll darinnen wieder mit seinen Besonderheiten in Klima, Fauna, Flora, Kunstschätzen und Lebensweisen vorgestellt werden. („UM-27, Matzen speziell, Sehens- und Bemerkenswertes in Matzen“)(Es soll versucht werden, dafür doch wieder einmal eine Landessubvention zu erhalten. So könnte eine nette kleine Ortspräsentation entstehen, die sich besonders für Geschenke – auch für Neu-Matzner – eignen würde.)
  1. Die Beantwortung verschiedensten Anfragen verlangt mehr Zeit als vermutet. Der zweite „Service-Ordner“ füllt sich bereits.
  2. Mit der Einordnung der eingehenden Fotos kommen wir kaum nach! Noch mehr Arbeit macht das Einscannen und CD-Brennen. Unsere CD-Sammlung umfasst mittlerweile über 140 Nummern. Wenn auf einer CD zwischen 50 und 450 Bilder (!) oder Dateien gesichert sind, kann man die Gesamtzahl und auch den Wert dieser zeitgemäßen Absicherung erahnen.
  3. Die Teammitglieder leisteten im heurigen Jahr 248 „Archiveinsätze“; und 111 Einzelbesucher bestätigten den Sinn dieser Einsätze. (Wie viele davon Matzner waren, haben wir – leider – nicht unterschieden.)
  4. Ein besonderer Dank gebührt allen Mitarbeitern bes. für  „Anwesenheiten“, HP-Betreuung, Putzeinsatz, Einscannen, Layoutieren, Ausdrucken, Heißbinden, Mailantworten, Versand u.a.
  5. Dank soll aber auch an jene Interessierten und Unterstützer gesagt werden, deren Leistungen nicht so sichtbar sind, ohne die aber die Archivarbeit nicht möglich oder wenig sinnvoll wäre: In erster Linie der Gemeinde für die Infrastrukturleistungen, aber auch allen Besuchern und Anfragern, die wir dringend als Bestätigung für unseren Einsatz brauchen. – Die Bitte um weitere Unterstützung darf hier angeschlossen werden.

 

Mit weiterer großer Arbeitsbereitschaft und mit großem Dank für ihr Interesse:

Das Matzner Archivteam-Matzen: Helmut  Astl, Gregor Berthold, Anton Hofer, Wolfgang Koch, Ulrike Reitinger, Walter Reitmeier, Barbara Rettig


Erstellungsdatum: 12/07/2017 ~ 09:52
Letzte Änderung am: 06/09/2017 ~ 11:55
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